Herzlich willkommen!
Die Wein-Welle rollt an

Vorbereitungen für das Winzerfestradio laufen auf Hochtouren
Die Anspannung bei Rainer Volkmar hält sich noch in Grenzen, aber innerlich läuft der Jugendreferent des Dekanats Vorderer Odenwald bereits auf Hochtouren. Denn in wenigen Tagen geht die fünfte Ausgabe von Radio Wein-Welle auf Sendung. Rainer Volkmar ist so etwas wie der Indendant des Winzerfestradios, das vom 15. - 20 September rund um die Uhr aus dem Darmstädter Schloß senden wird. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen, und da kommt es schon mal vor, dass ein Arbeitstag mehr als 12 Stunden hat. Das Medienprojekt ist Stress pur, und zugleich eines der Höhepunkte der Dekanatsjugendstelle. Was im Jahre 2006 als Pilotprojekt begann, hat sich mittlerweile zu einer festen Größe während des Winzerfestes in Groß-Umstadt etabliert. Doch alleine könnte der agile und jugendlich wirkende Volkmar das Projekt nicht stemmen. Im Hintergrund sind viele Hände tätig, vor allem die von jungen Männern. Denn von der Studiotechnik, über kilometerlange Kabelleitungen legen bis hin zu Computer miteinander vernetzen versteht er, wie er offen bekennt, wenig. Zur Zeit wird das Sendestudio, das sich im Büro der Dekanatsjugendstelle im Schloß befindet, eingerichtet.
Das Vergessen nicht vergessen

Fachtag Demenz in Groß-Umstadt plädiert für mehr Lebensqualität
Die deutsche Bevölkerung wird älter. Doch mit der Verlängerung der Lebenspanne gehen zum Teil dramatische Veränderungen einher. So steigt die Zahl der Menschen rasant an, die an Alzheimer und Demenz erkranken. Der Pfegebedarf und die ehrenamtliche Betreuung im familiären Umfeld haben zugenommen. Wie mit diesen Entwicklungen, auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg, sinnvoll umgehen? Ein Fachtag Demenz ging dieser und anderer Fragen nach. Rund 140 Fachkräfte aus der Altenpflege und dem Gesundheits- und Sozialwesen kamen neben Haus- und Fachärzten in der Stadthalle Groß-Umstadt zusammen, um gemeinsam Handlungswege für mehr Lebensqualität im Umgang mit der Erkrankung Demenz zu diskutieren. Eingeladen hatten die Diakonischen Werke Darmstadt-Dieburg und Odenwald mit ihren Fachstellen, die beiden Landkreise, die Kreisklinik Groß-Umstadt, das Neuro Centrum Odenwald, das Neurologium Griesheim und die Seniorendienstleistungsgesellschaft Gersprenz GmbH.
"Vor dem Himmel habe ich Angst"

Zum Tode von Christoph Schlingensief (von Reinhard Völker)
Die Dramatikerin und Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek hat es in einer ersten Reaktion auf den Punkt gebracht: „Ich dachte immer, so jemand kann nicht sterben. Das ist, als ob das Leben selbst gestorben wäre.“ Der Tod von Christoph Schlingensief hat mich getroffen, ja ich konnte es zuerst nicht glauben, als ich die Nachricht hörte. Wieso ist man beim Tod mancher Menschen des öffentlichen Lebens so berührt, und bei anderen nimmt man es recht gelassen hin? Vielleicht hat es etwas mit Verwandtschaft im Geiste zu tun - mit menschlicher und thematischer Nähe zu einer Person des öffentlichen Lebens. Und das war der Dramatiker, Filmemacher und Buchautor Christoph Schlingensief: ein Mensch, der die Öffentlichkeit liebte, von ihr lebte und sie sich zu Diensten machte. Nun ist er tot, mit 49 Jahren an Krebs gestorben. Der Aufruhr ist zur Ruhe gekommen, der Wüterich ist verstummt. Als er 2008 erfuhr, dass ausgerechnet er, der Nichtraucher, Lungenkrebs hat, da hat er auch diese Krankheit medial zum Thema gemacht: kokettierend und wütend zugleich. Er schrieb ein Buch darüber, einen Bestseller: „So schön wie hier kann es im Himmel gar nicht sein!“ Darin kotzte der vielseitig Begabte seine Wut auf Gott, seine katholische Kindheit und sein Schicksal ungeschminkt und offenherzig auf´s Papier.




